Der Landkreis Barnim als Inhaber und Betreiber sowie die Barnimer Dienstleistungsgesellschaft mbH als Betriebsführender der stillgelegten Siedlungsabfalldeponie Eberswalde Ostend beabsichtigen im Jahr 2020/21 den Ersatzneubau einer schwachgasfähigen Verbrennungsanlage zur schadlosen Beseitigung des anstehenden Deponiegases gemäß Entsorgungsgebot.

Für diese Maßnahme erhält der Landkreis Barnim Fördermittel gemäß der Richtlinie des Ministeriums für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft vom 26.04.2017 zur Förderung von Maßnahmen zur Reduzierung von CO2 und anderen Treibhausgasen auf Deponien.  

2003 wurde mit der Errichtung der Gasfassungsanlage und des 1. Bauabschnittes der Gasverwertungsanlage, die Gasentsorgung einschließlich Gasverdichterstation (GVS) mit Hochtemperaturfackel (HTV) und den beiden BHKW M1 und M2 in Betrieb genommen.

Die abfallrechtliche Plangenehmigung zur Errichtung der Gasfassung und Gasverwertungsanlage auf der Deponie Eberswalde Ostend wurde am 20. Oktober 2000 erteilt.

Im darauffolgenden Jahr erfolgte mit der Errichtung des BHKW M3 die Komplettierung der Gasverwertungsanlage. Die gesamte Deponie ist endgültig verfüllt und abgedichtet. Die abfallrechtliche Plangenehmigung für die Errichtung des Oberflächenabdichtungssystems wurde am 15. Februar 2013 erteilt. Die Errichtung des endgültigen Oberflächenabdichtungssystems erfolgte bis 2019. Die realisierten Maßnahmen zur Sicherung und Rekultivierung der Deponie Eberswalde Ostend sind integraler Bestandteil des Abfallwirtschaftskonzeptes des Landkreises Barnim vom 15. März 2017.

Bis jetzt erfolgt die motorische Verwertung des anstehenden Deponiegases in mindestens einem der vorhandenen BHKW, was dem zurückgehenden Deponiegas in Qualität und Quantität geschuldet ist.

In der Praxis zeigte sich, dass die vorhandenen Hochtemperaturfackel nicht für einen Betrieb mit Methanwerten < 40 Vol.-% geeignet ist, da bereits unterhalb dieser Betriebsgrenze erhebliche Startschwierigkeiten auftreten, die zu deutlich erhöhten Ausfallzeiten führten, da die Fackel bei Ausfällen der BHKW nicht mehr automatisch startet. Eine Erneuerung der Verbrennungstechnik ist daher zwingend erforderlich, auch um die vorgeschriebenen Grenzwerte und Betriebsbedingungen der TA Luft einhalten zu können und die schadlose Entsorgung des anstehenden Deponiegases langfristig auch nach der Stilllegung der Verwertungsanlage zu gewährleisten.

Gefördert wird der Ersatzneubau einer schwachgasfähigen Deponiegasverbrennungsanlage sowie die Anpassung und Ertüchtigung der Gasverdichterstation auf die aktuellen und zukünftigen Betriebsbedingungen, um die sichere Entsorgung des gebildeten Deponiegases bis zum Ende der aktiven Entgasung sicherzustellen.

Baubeginn:
Fertigstellung:
Technische Daten:

Erneuerbar BDG Barnim